Projektbericht: Mieterstrom für 22 Mehrfamilienhäuser mit unserem Partner Ossler Solar

Veröffentlicht
11.09.2026
Aktualisiert
11.09.2026
Autor
Rosanna Meyer
Projektbericht Ossler Solar Mieterstrom in Rathenow: Luftaufnahme der Gebäude mit PV-Anlagen

Die Eckdaten des Projekts auf einen Blick:

  • Standort: Rathenow (Brandenburg)
  • Gebäudeeigentümer: Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft eG (RWG)
  • Projektentwicklung & Partner: Ossler Solar Solutions GmbH
  • Gebäude: 22 Mehrfamilienhäuser in drei Gebäudegruppen
  • Wohneinheiten: insgesamt 220
  • PV-Leistung: rund 416 kWp gesamt (Gebäudegruppe 1: ca. 198 kWp; Gebäudegruppe 2: ca. 106 kWp; Gebäudegruppe 3: ca. 112 kWp)
  • Speicher: 216 kWh gesamt (je Gebäude 18 kWh in Gebäudegruppe 2 und 3)
  • Anlagenbetreiber: vier private Investoren
  • Installationspartner: Kintlein & Ose
  • Status: in der Umsetzung, Inbetriebnahme nach Freigabe und Zählersetzung durch E.DIS
  • Servicemodell: metergrid Plus
  • Ausblick: weitere Projekte mit Ossler Solar bereits in Planungs- und Umsetzungsphase

Wie metergrid gemeinsam mit Ossler Solar Mieterstrom für eine ganze Genossenschaft realisiert

In Rathenow im Havelland entsteht einer der größten zusammenhängenden Mieterstromverbünde Brandenburgs: 22 Mehrfamilienhäuser der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft eG (RWG) werden schrittweise auf lokale Solarstromversorgung umgestellt. Entwickelt und koordiniert wird das Projekt von Ossler Solar Solutions GmbH, einem Partner von metergrid. Wir von metergrid verantworten dabei die energiewirtschaftliche Seite: das Messkonzept, Zähler- und Gatewayprozesse, die digitale Vertragsstrecke, Kunden- und Vertragsverwaltung sowie die spätere Abrechnung und energiewirtschaftliche Abwicklung.

Das Besondere an diesem Mieterstromprojekt liegt nicht allein in der Anlagengröße. Es zeigt, wie sich ein Mieterstromportfolio in einem gewachsenen Bestand aufbauen lässt, in dem digitale Prozesse allein nicht ausreichen und wie daraus ein wiederholbares Modell für weitere Objekte entsteht. Dieses Modell beginnt nicht bei der Technik, sondern beim Angebot an die Genossenschaft selbst.

Ausgangspunkt: ein Angebot ohne Investition der Genossenschaft

Die Zusammenarbeit begann rund ein Jahr vor dem ersten Baustart. In dieser Phase wurden geeignete Gebäude ausgewählt, die Wirtschaftlichkeit geprüft, Investoren eingebunden, Dachnutzungsverträge verhandelt und die technische Machbarkeit geklärt.

Eine zentrale Anforderung der RWG: Die Genossenschaft wollte ihren Mitgliedern ein wirtschaftlich attraktives Stromangebot machen, ohne selbst in die Anlagen zu investieren. Genau hier setzt das Modell von Ossler Solar an. Über ein belastbares Investorennetzwerk wurden für die drei Gebäudegruppen vier private Anlagenbetreiber gewonnen, die die PV-Anlagen finanzieren und betreiben. Die RWG stellt die Dachflächen bereit, die Bewohner erhalten ein Vollversorgungsangebot.

„Uns war wichtig, unseren Mitgliedern günstigeren Strom anbieten zu können, ohne dafür Genossenschaftskapital zu binden. Dass wir dafür nur die Dachflächen bereitstellen und den Rest in erfahrene Hände geben konnten, hat den Ausschlag gegeben. Mit der bisherigen Umsetzung sind wir aufgrund der Professionalität und Zuverlässigkeit sehr zufrieden."

— Herr Hubald, Vorstand der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft eG

Herr Hubald, Vorstand der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft bei der Vorstellung auf der Mieter-Veranstaltung des neuen Mieterstromprojekts

Im Zuge der konkreten Projektvorbereitung fiel die Wahl von Ossler Solar auf metergrid. Gesucht wurde kein reiner Abrechnungsdienstleister, sondern ein Partner, der Messkonzept, Zählerprozesse, digitale Vertragsstrecke, Kundendaten und Betreiberportal in einem skalierbaren System zusammenführt. Die ersten gemeinsamen Schritte bestanden aus der Prüfung von Projekt- und Messstruktur, der Aufteilung der Verantwortlichkeiten, dem Aufbau der Mieterstromtarife inklusive Vollversorgung sowie der Anlage von Projekten und Bewohnerdaten im System.

Technische Umsetzung: ein Anlagenverbund, zwölf gebäudebezogene Einzelsysteme, zwei Konzepte

Die drei Gebäudegruppen sind technisch unterschiedlich aufgebaut, eine bewusste Entscheidung, die sich aus Gebäudestruktur und Netzsituation ergibt.

Gebäudegruppe 1 (10 Gebäude) ist als größerer Anlagenverbund ausgelegt: zwei Anlagenblöcke mit jeweils rund 99 kWp, insgesamt also rund 198 kWp. Wechselrichter, zentrale Schalt- und Wandlertechnik sowie die Leitungsführung sind weitgehend installiert, die DC-Seite ist fertiggestellt und geprüft.

Gebäudegruppe 2 und 3 (je 6 Gebäude) bestehen dagegen aus jeweils sechs gebäudebezogenen Einzelsystemen. Verbaut sind pro Gruppe sechs dreiphasige Sigenergy Sigen Energy Controller mit je 15 kW sowie zwölf Sigen Battery Module mit je 9 kWh. Das ergibt 18 kWh Speicherkapazität pro Gebäude und 108 kWh je Gruppe – insgesamt 216 kWh. Die DC-Arbeiten sind abgeschlossen, festgestellte Mängel beseitigt, die Gateways installiert. Die AC-Fertigstellung läuft; insbesondere Bestückung und Verdrahtung der Schaltschränke sind zeitintensiver als ursprünglich kalkuliert.

Projektbericht Ossler Solar: PV-Anlage auf dem Dach der Gebäudegruppe 1 in Rathenow des gemeinsamen Mieterstromprojekts mit metergrid

Highlights der technischen Umsetzung:

  • Kombination aus zentralem Anlagenverbund und gebäudebezogenen Einzelsystemen im gleichen Bestand
  • Batteriespeicher auf Gebäudeebene für höhere Eigenverbrauchsquoten
  • Gateway- und Messtechnik durchgängig für die automatisierte Messdatenverarbeitung vorbereitet
  • Messkonzepte für 22 Gebäude in Abstimmung mit dem Netzbetreiber E.DIS

Die größte terminliche Herausforderung liegt derzeit nicht in der technischen Umsetzbarkeit, sondern in den Bearbeitungszeiten beim Netzbetreiber. Messkonzeptbestätigungen, Freigaben und Zählersetzungen bilden den kritischen Pfad, ohne sie kann die reguläre Mieterstromversorgung nicht starten. Ossler Solar und metergrid verfolgen diese Punkte parallel und regelmäßig nach, während technische Arbeiten, Mietergewinnung und Vertragsvorbereitung konsequent weiterlaufen.

Während die Technik Gebäude für Gebäude Form annimmt, entscheidet sich der Erfolg des Projekts an einer ganz anderen Stelle: bei den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst.

Mieterakquise: warum persönliche Präsenz den Unterschied macht

Der Bestand der RWG ist von einer heterogenen Mieterschaft geprägt, darunter viele ältere Genossenschaftsmitglieder. Themen wie Zählerwechsel, Anbieterwechsel, Vollversorgung und Reststrom brauchen hier Erklärung, und zwar nicht nur als PDF.

Ossler Solar hat die digitale Abschlussstrecke deshalb konsequent um lokale Präsenz ergänzt: Informationsveranstaltungen vor Ort, ein großes Bewohner-Event im Rathenower Tivoli, Informationsstände direkt an den Gebäuden, persönliche Beratungsgespräche, Briefe, Aushänge, telefonische Nachverfolgung, Webinare und mehrsprachige Unterlagen. Für die Bewohner musste jederzeit klar sein, dass sie eine vollständige Stromversorgung erhalten und fehlender Solarstrom automatisch durch ergänzenden Reststrom ersetzt wird.

Ossler Solar Mitarbeiter bei der Mieterstrom-Veranstaltung für Mieter der Gebäude des Mieterstromprojekts zur lokalen Mieterakquise

Diese Kombination ist einer der zentralen Erfolgsfaktoren des Projekts. Bekannte Ansprechpartner der Genossenschaft, verständliche Unterlagen und die Möglichkeit, Fragen ohne Zeitdruck zu klären, haben die Teilnahmebereitschaft messbar erhöht.

„Wir haben von Anfang an darauf gesetzt, mit den Bewohnern persönlich zu sprechen: auf den Informationsveranstaltungen, an den Ständen vor den Häusern, am Telefon und wenn nötig direkt an der Wohnungstür. Viele Fragen zu Zählerwechsel und Vollversorgung klären sich in fünf Minuten Gespräch, für die ein Anschreiben nicht ausreicht. Dieser Aufwand hat sich ausgezahlt, denn:  Wer einmal verstanden hat, wie das Modell funktioniert, entscheidet sich in der Regel dafür."

— Patryk Splitt, Produkt Manager Mieterstrom, Ossler Solar Solutions GmbH

Zitat Patryk Splitt, Produkt Manager Mieterstrom bei Osslar Solar zu den Informationsveranstaltungen für die Mieter des Mieterstromprojekts

Wirtschaftlicher Nutzen für die Bewohner

Die Inbetriebnahme der Mieterstromanlagen steht noch aus, ein deutlicher wirtschaftlicher Effekt zeichnet sich jedoch bereits ab: Ein großer Teil der angesprochenen Haushalte war zuvor in der Grundversorgung. Die erwartete Einsparung liegt daher in vielen Fällen bei rund 30 bis 40 Prozent der vorherigen Stromkosten, abhängig vom jeweiligen Verbrauch, dem bisherigen Tarif und Solarstromanteil.

Die Vollversorgung der Mietparteien bleibt dabei jederzeit gesichert auch nachts, im Winter und bei geringem Solarertrag. Der ergänzende Reststrom wird über den externen Reststrompartner von metergrid beschafft. Dass dieses Zusammenspiel aus Technik, Vertragsstrecke und persönlicher Betreuung reibungslos funktioniert, liegt an einer klaren Aufgabenteilung zwischen den Projektpartnern.

Betrieb & Betreuung: die Rollenverteilung im Projekt

Dass ein Projekt dieser Größenordnung gelingt, liegt an einer klaren Aufgabenteilung zwischen starken Partnern:

  • Ossler Solar Solutions verantwortet die Projektentwicklung: Wirtschaftlichkeits- und Investorenprüfung, Vertragsgestaltung, Koordination der technischen Umsetzung und Mietergewinnung vor Ort.
  • metergrid verantwortet die energiewirtschaftliche Seite: Messkonzept und Zählerlogik für alle Gebäude, Gateway- und Messdatenprozesse, die digitale Vertragsstrecke für den Mieterstromabschluss, Kunden- und Vertragsverwaltung im Betreiberportal sowie die Abschlags-, Abrechnungs- und energiewirtschaftliche Abwicklung der Vollversorgung.
  • Kintlein & Ose übernehmen als Installationspartner die technische Umsetzung vor Ort.
  • Die vier privaten Investoren finanzieren und betreiben die Anlagen; die RWG stellt die Dachflächen bereit.

Für die Anlagenbetreiber bedeutet das: Die komplexen regulatorischen und energiewirtschaftlichen Aufgaben liegen bei Spezialisten, während sie sich auf Investition und Anlagenbetrieb konzentrieren können.

“Was die Zusammenarbeit mit Ossler Solar auszeichnet, ist die Klarheit von Anfang an: klare Zuständigkeiten, kurze Abstimmungswege und ein Partner, der versteht, dass Mieterstrom nur mit sauberer energiewirtschaftlicher Abwicklung im Hintergrund funktioniert. Rathenow zeigt, wie gut das Modell skaliert, wenn beide Seiten ihre Stärken einbringen und genau danach suchen wir auch bei künftigen Partnerschaften."

 — Jörn Kruff, Senior Partnermanager bei metergrid

Zitat Jörn Kruff, Senior Partnermanager bei metergrid über die Zusammenarbeit mit Ossler Solar

Auch einer der vier privaten Investoren äußert sich zufrieden über das gemeinsame Mieterstromprojekt in Rathenow:

„Für mich war wichtig, ganz bewusst in Rathenow zu investieren, in der Stadt, in der ich geboren bin und bis heute lebe. Mit dem Mieterstromprojekt kann ich hier vor Ort etwas Sinnvolles unterstützen und gleichzeitig dazu beitragen, dass die Menschen in den Gebäuden direkt von lokal erzeugtem Solarstrom profitieren. Dass Abrechnung, Zählerprozesse und Vertragsverwaltung professionell organisiert sind, macht die Beteiligung für mich angenehm und unkompliziert."

— Lars Gentsch, Investor & Anlagenbetreiber

Zitat Lars Gentsch, Investor und Anlagenbetreiber über das gemeinsame Mieterstromprojekt in Rathenow

Ausblick: von der ersten Baugruppe zum Portfolio

Aus dem ersten Bauabschnitt in Rathenow ist längst mehr geworden. Für ein weiteres Gebäudeensemble mit sechs Mehrfamilienhäusern und 65 Wohneinheiten läuft aktuell die Umsetzungsplanung: Vertraglich vorgesehen sind rund 77,6 kWp mit 160 LONGi-Modulen (LR7-54HVH-485M) und sechs Sungrow-Wechselrichtern, fünf SH10RT-20 und ein SH15T. Technischer Umsetzungspartner ist hier Solar Kaiser; Bauvorbereitung, Machbarkeitsprüfung sowie Statik- und Brandschutzabstimmungen laufen.

Für sechs weitere RWG-Objekte in Rathenow werden derzeit die Dachnutzungs- und Projektverträge finalisiert. Je nach finaler Belegung und technischer Auslegung liegt das zusätzliche Portfolio nach aktuellem Planungsstand bei insgesamt rund 300 bis 450 kWp. Speicheroptionen werden objektbezogen geprüft.

Damit entwickelt sich die Zusammenarbeit von einem einzelnen Bauvorhaben zu einem skalierbaren Mieterstromportfolio. Die Erfahrungen aus den ersten Gebäudegruppen, klar definierte Zuständigkeiten, festgelegte Datenanforderungen und definierte Übergabepunkte fließen bereits in die Planung der nächsten Objekte ein. Neue Projekte können dadurch strukturierter angelegt und schneller umgesetzt werden.

„Wir haben gezielt nach einem Partner gesucht, der Messkonzept, Zählerprozesse, digitale Vertragsstrecke, Kundendaten und Abrechnung in einem System zusammenführt – und nicht nach einem reinen Abrechnungsdienstleister. Genau das war der Grund für metergrid, und die Zusammenarbeit hat gehalten, was wir uns davon versprochen haben: klare Zuständigkeiten, kurze Wege und ein Team, das die energiewirtschaftliche Seite tatsächlich abnimmt. Deshalb haben wir nach den ersten Blöcken am Bruno-Baum-Ring nicht lange überlegt: Die nächsten Objekte sind bereits in der Umsetzung."

— Sven Ossler, Geschäftsführer der Ossler Solar Solutions GmbH

Zitat Sven Ossler, Geschäftsführer von Ossler Solar, über die Wahl von metergrid als Partner für das Mieterstromprojekt

Das Projekt in Rathenow zeigt, was erfolgreicher Mieterstrom im Bestand tatsächlich braucht: ein tragfähiges Investitionsmodell, professionelle energiewirtschaftliche Prozesse, transparente Projektsteuerung – und echte Präsenz bei den Menschen vor Ort. Module auf dem Dach sind dabei nur ein Teil der Lösung.

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