ZEREZ: Pflichten und Auswirkungen - was PV-Anlagenbetreiber wissen müssen

Veröffentlicht
08.01.2025
Aktualisiert
17.06.2026
Autor
Louisa Knoll, Rosanna Meyer

Das Wichtigste in Kürze

  • ZEREZ ist eine Abkürzung für das "Zentrale Register für Einheiten- und Komponentenzertifikate". Es ist wichtig für alle PV-Anlagen und deren Komponenten.
  • Seit dem 1. Februar 2025 gilt ZEREZ: PV-Anlagen müssen digital mit einer ZEREZ-ID registriert werden.
  • Hersteller registrieren Einheiten- und Komponenten-Zertifikate; Betreiber geben die ZEREZ-ID bei Netzanschluss an.
  • Kleine private PV-Anlagen benötigen meist nur ein Einheitenzertifikat; größere Anlagen haben höhere Anforderungen.
  • Vorteil: Schnellere Netzanschlussprüfung, mehr Transparenz und Rechtssicherheit durch standardisierte ZEREZ-ID.
  • Eine gültige ZEREZ-ID ist seit Februar 2025 eine Pflichtvoraussetzung, damit neue PV-Anlagen ans Netz gehen dürfen.

Stand 2026: Was hat sich bei ZEREZ getan?

An der gesetzlichen Grundlage für ZEREZ hat sich 2026 nichts geändert. Dieselben Pflichten für Hersteller, Netzbetreiber und Anlagenbetreiber gelten weiterhin, die am 1. Februar 2025 in Kraft getreten sind. Die Fördergesellschaft für Windenergie und andere Dezentrale Energien (FGW), die ZEREZ betreibt und verwaltet, hat das Register in 2026 jedoch technisch weiterentwickelt:

  • FNN-Hinweis V2.1 (Januar 2026): Der VDE FNN Hinweis „Technische Anforderungen an Netzbildende Eigenschaften inklusive der Bereitstellung von Momentanreserve" erschien in aktualisierter Version 2.1. Im März 2026 folgte das zugehörige Beiblatt 10.1 zur TR 4 Rev. 10, das der kurzfristigen Umsetzung der neuen Anforderungen dient.
  • Neue API-Schnittstelle (April 2026): ZEREZ wurde um eine digitale Schnittstelle (API) erweitert. Registrierte Nutzer können damit flexibler und effizienter auf die im Register hinterlegten Daten zugreifen. Hersteller haben zudem die Möglichkeit, den Zugriff auf nicht-öffentliche Daten proaktiv zu steuern.

Für PV-Anlagenbetreiber ändert sich durch diese technischen Neuerungen in der Praxis nichts; die rechtlichen Voraussetzungen für den Netzanschluss bleiben identisch.

ZEREZ: Das sind die Auswirkungen für PV-Anlagenbetreiber

Seit dem 1. Februar 2025 müssen unter anderem Betreiber von Photovoltaikanlagen in Deutschland eine entscheidende Neuerung beachten. Die Verunsicherung unter Anlagenbetreibern ist groß, denn mit der Elektrotechnische-Eigenschaften-Nachweis-Verordnung (NELEV) tritt schon bald eine neue Pflicht in Kraft. Die wichtigste Änderung: Der Nachweis über die elektrotechnischen Eigenschaften von Erzeugungseinheiten und elektrischen Komponenten wird künftig zentral und digital erfasst – im sogenannten ZEREZ, dem Zentralen Register für Einheiten- und Komponentenzertifikate.

Doch was genau ändert sich, wer ist betroffen und wie funktioniert das neue System? Dieser Artikel gibt dir einen Überblick über die wichtigsten Informationen.

Text-Grafik ZEREZ Definition: "In ZEREZ werden die Einheiten- und Komponentenzerfifikate aller Spannungsbenen an einem Ort gesammelt ..." / Fachwissen zu PV und Mieterstrom von metergrid

Hintergrund: Was ist ZEREZ?

ZEREZ steht für das Zentrale Register für Einheiten- und Komponentenzertifikate. Es handelt sich um eine digitale Plattform, die von der FGW e. V. (Fördergesellschaft Windenergie und andere Erneuerbare Energien) betrieben wird. Hier werden Zertifikate über die elektrotechnischen Eigenschaften von Erzeugungseinheiten und elektrischen Komponenten gesammelt. Diese Nachweise sind essenziell für den Netzanschluss und sorgen dafür, dass nur konforme Anlagen an das Stromnetz angeschlossen werden. Achtung: Nicht zu verwechseln mit der Erfassung von ganzen Erzeugungsanlagen - diese erfolgt immernoch im Marktstammdatenregister.

Zentrale Punkte im Überblick:

  • ZEREZ umfasst Zertifikate aller Spannungsebenen.
  • Die Regelungen gelten nicht nur für PV, sondern auch für andere erneuerbare Energien, z.B. Windenergie.
  • Die Zertifikate werden von akkreditierten Zertifizierungsstellen ausgestellt und können im Register digital gesammelt werden.
  • Ein hinterlegtes Zertifikat erhält eine Registernummer (ZEREZ-ID).
  • Die Dokumente sind entscheidend für die Rechtskonformität sowie Netzberechnungen und die Planung der Netzanschlusspunkte
  • Bis zum 31.01.2025 befindet sich ZEREZ noch im freiwilligen Betrieb

ZEREZ - Was hat sich 2025 verändert?

Der Netzanschluss von Stromerzeugungsanlagen erfordert immer, abhängig von Spannungsebene und Anlagenleistung, verschiedene Zertifikate - das ist bereits Gang und Gebe. Geänderte Regelungen brachten in 2025 allerdings eine veränderte Handhabung der Nachweispflichten mit sich. Mit Inkrafttreten der Elektrotechnische-Eigenschaften-Nachweis-Verordnung (NELEV) wurde die Nutzung von ZEREZ für Hersteller, Betreiber und Netzbetreiber verpflichtend. Das bisherige Verfahren, bei dem physische Dokumente zwischen den Beteiligten ausgetauscht wurden, entfällt. Stattdessen erfolgt die Überprüfung der Zertifikate über eine eindeutige Registernummer (ZEREZ-ID) auf der Plattform. Dies bringt Folgendes mit sich:

  • Vereinfachter Prozess: Der bisherige manuelle Prozess der Überprüfung eingereichter Unterlagen durch Antragsteller wird durch das neue System obsolet. Netzbetreiber können schneller und unkomplizierter über den Netzanschluss entscheiden.
  • Pflicht statt Freiwilligkeit: Es müssen Einheiten- und Komponentenzertifikate in ZEREZ eintragen werden - verpflichtend. Ohne die Zertifizierung kann eine Anlage nicht in Betrieb genommen werden. 
  • Zukunftssicherheit: Das zentrale Register erhöht die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Energieversorgungssystems, indem es erstmals zentral erfasst, welche Komponenten zugelassen sind.

Für wen gilt die Pflicht - wer hat was zu tun?

  1. Hersteller: Seit dem 01.02.2025 sind Hersteller von Einheiten oder Komponenten für elektrische Erzeugungsanlagen verpflichtet, die ihnen ausgestellten Zertifikate im Zentralen Register für Einheiten- und Komponentenzertifikate (ZEREZ) zu registrieren. (§ 4 Abs. 3 NELEV)
  2. Netzbetreiber: Seit dem 01.02.2025 dürfen Netzbetreiber beim Anschluss von Energieerzeugungsanlagen an das Stromnetz nur noch die ZEREZ-ID verwenden. Das ZEREZ wird künftig die zentrale Plattform für die Überprüfung der Gültigkeit von Einheiten- und Komponentenzertifikaten sowie für die Übermittlung von Leistungsparametern im Rahmen des Betriebserlaubnisverfahrens sein. Es ist den Netzbetreibern ausdrücklich untersagt, diese Informationen auf anderen Wegen als über das Register zu beziehen. (§ 4 Abs. 10 NELEV)
  3. Anlagenbetreiber: Wer als Betreiber seit Februar 2025 eine neue Energieerzeugungsanlage ans Netz anschließen möchte, ist im Rahmen des Betriebserlaubnisverfahrens verpflichtet, die entsprechende Registernummer (ZEREZ-ID) an die Netzbetreiber zu übermitteln. (§ 4 Abs. 9 NELEV). Der Zugriff auf die ZEREZ-ID ist dabei unkompliziert möglich, da hierfür keine Anmeldung erforderlich ist.
Grafik ZEREZ Aufgaben: Das ändert sich ab Februar 2025 für Hersteller, für Netzbetreiber, für Anlagenbetreiber / Fachwissen zu PV und Mieterstrom von metergrid

Welche Anforderungen gelten für die verschiedenen Anlagen?

Für den Netzanschluss von Photovoltaik- und anderen Energieerzeugungsanlagen gelten je nach Spannungsebene unterschiedliche Anforderungen für die Zertifizierungen:

  • Niederspannung (VDE-AR-N 4105) - dies entspricht den meisten handelsüblichen PV-Anlagen für den Privatgebrauch:

-> Typischerweise ist nur ein Einheitenzertifikat erforderlich, z. B. für den Wechselrichter.

-> Gilt auch für Batteriespeicher, Blockheizkraftwerke und andere Anlagen auf dieser Spannungsebene.

  • Mittel-, Hoch- und Höchstspannung (VDE-AR-N 4110, 4120, 4130)

-> Höhere Anforderungen, die neben Einheiten auch weitere Komponenten umfassen.

  • Leistungsgrenzen:

-> Ab einer Einspeiseleistung von 270 kW (max. 500 kW Gesamtleistung) ist ein Zertifikat für die gesamte Anlage notwendig.

Was sind die Vorteile von ZEREZ?

Das zentrale Register verfolgt mehrere Ziele:

  • Standardisierung: Alle Nachweise werden an einem Ort gebündelt, was die Qualitätskontrolle erleichtert.
  • Beschleunigung: Der Netzanschluss wird effizienter, da Netzbetreiber über die ZEREZ-ID sofort auf die benötigten Informationen zugreifen können.
  • Transparenz: Anlagenbetreiber, Hersteller und Netzbetreiber profitieren von einer klaren Datenlage.

Welche Änderungen kamen im Februar 2025?

Früher war die Nutzung von ZEREZ freiwillig. Seit dem 1. Februar wird sie verpflichtend. Folgende Schritte müssen PV-Anlagenbetreiber ergreifen, um sicherzustellen, dass ihre PV-Anlage ZEREZ-konform ist:

  • Zertifikate prüfen: Stelle sicher, dass alle erforderlichen Zertifikate vorliegen und vollständig sind. 
  • Anmeldung und Registrierung: Das Register kann von verschiedenen Marktteilnehmern genutzt werden, darunter Hersteller, Netzbetreiber, Zertifizierungsstellen sowie Planer, Errichter und Betreiber von Energieerzeugungsanlagen. Einblick in das Register ist ohne Anmeldung möglich. Für den Zugriff auf erweiterte Funktionen ist jedoch eine Registrierung erforderlich.
  • Zertifikate hochladen: Nach erfolgreicher Registrierung können Hersteller und Zertifizierungsstellen Zertifikate direkt in das Register hochladen. Hersteller sind angehalten, die entsprechenden Zertifikate zu hinterlegen, um eine umfangreiche Marktabdeckung zu erzielen.
  • Hilfe und Unterstützung: Nutze die Webinare und vielfältigen Infos, wie das FAQ der FGW e. V., um dich über die Funktionen von ZEREZ zu informieren. Weitere Informationen findest du unter zerez.net. 

Die Einführung von ZEREZ bringt eine grundlegende Änderung für PV-Anlagenbetreiber und andere Marktteilnehmer. Auch wenn am Anfang administrativer Aufwand nötig ist, soll das zentrale Register langfristig die Prozesse erleichtern und für mehr Transparenz und Sicherheit sorgen. Betreiber sollten sich frühzeitig informieren und vorbereiten, um den Übergang reibungslos zu gestalten. 

Quellen: 

FGW e.V. - Fördergesellschaft Windenergie und andere Dezentrale Energien: FAQs – Antworten auf häufig gestellte Fragen

FGW e.V. - Fördergesellschaft Windenergie und andere Dezentrale Energien: ZEREZ - Zentrales Register für Einheiten- und Komponentenzertifikate

Jochen Siemer, pv magazine, 03.01.2025: ZEREZ-Eintrag ab 1. Februar für alle Photovoltaik-Anlagen verbindlich

Häufige Fragen:

Wie finde ich heraus, ob mein Wechselrichter oder Batteriespeicher schon ein ZEREZ-Zertifikat hat?

Du kannst ganz einfach auf zerez.net nach bestehenden Zertifikaten suchen – ohne Anmeldung. Gib dazu den Herstellernamen oder die Modellbezeichnung ein. Falls dein Gerät gelistet ist, findest du dort eine ZEREZ-ID. Ist nichts hinterlegt, hilft dir dein Hersteller oder Installateur weiter.

Was musst ich mit Bezug auf ZEREZ beachten, wenn ich eine neue PV-Anlage plane?

Bereite dich rechtzeitig vor:

  • Prüfe, ob alle geplanten Komponenten zertifiziert und im ZEREZ erfasst sind.
  • Achte darauf, dass dir die ZEREZ-IDs der Geräte vorliegen – dein Installateur oder Hersteller sollte diese bereitstellen.
  • Übermittle die ZEREZ-IDs im Rahmen der Netzanschlussanfrage an deinen Netzbetreiber.

Ohne gültige Zertifikate kann die Anlage nicht ans Netz.

Was passiert, wenn kein ZEREZ-Zertifikat vorliegt?

Seit dem 1. Februar 2025 darf der Netzanschluss nur erfolgen, wenn die benötigten Zertifikate im ZEREZ hinterlegt sind. Fehlt der Nachweis, kann deine Anlage nicht in Betrieb genommen werden – das führt zu Verzögerungen oder sogar zur Ablehnung durch den Netzbetreiber.

ZEREZ vs. Marktstammdatenregister – was ist der Unterschied?

ZEREZ erfasst die technischen Zertifikate von Komponenten wie Wechselrichtern oder Schutzsystemen.
Das Marktstammdatenregister dagegen listet gesamte Erzeugungsanlagen.
Du brauchst beides: ZEREZ für die technische Zulassung – MaStR für die gesetzliche Registrierung deiner Anlage.

Gibt es 2026 Neuerungen bei ZEREZ?

Die gesetzliche Grundlage bleibt unverändert: dieselben Pflichten für Anlagenbetreiber gelten weiterhin, die am 1. Februar 2025 in Kraft getreten sind. Technisch hat die FGW das Register 2026 jedoch weiterentwickelt: Im Januar erschien der aktualisierte FNN-Hinweis V2.1 zu netzbildenden Eigenschaften, im März das zugehörige Beiblatt zur Technischen Richtlinie. Zudem steht seit April 2026 eine neue API-Schnittstelle bereit, die den Datenzugriff für registrierte Nutzer flexibler gestaltet.

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