Mieterstrom 2026: Der komplette Guide für Vermieter – von Rendite bis Umsetzung

Veröffentlicht
06.05.2026
Aktualisiert
06.05.2026
Autor
Rosanna Meyer
Mieterstrom 2026 Guide: Mehrfamilienhäuser mit Photovoltaik-Anlagen

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für Mieterstrom ist

Die Einspeisevergütung für Solarstrom folgt seit Jahren einem klaren Trend: sie sinkt. Wer heute eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb nimmt, erhält deutlich weniger als noch vor fünf Jahren; und die Perspektive für die kommenden Jahre ist kaum besser. Auf der anderen Seite bewegen sich die Haushaltsstrompreise auf einem anhaltend hohen Niveau.

Diese Schere hat wirtschaftliche Konsequenzen für jeden Eigentümer, der eine PV-Anlage betreibt und den erzeugten Strom vollständig ins Netz einspeist: Ein erheblicher Teil des Ertragspotenzials bleibt ungenutzt. Mieterstrom adressiert genau diesen Punkt. Anstatt den Solarstrom zu niedrigen Vergütungssätzen abzugeben, wird er direkt an die Bewohner des eigenen Gebäudes geliefert, und das zu einem Preis unterhalb des lokalen Grundversorgers. Mieter profitieren so durch geringere Stromkosten, Eigentümer durch höhere Erträge als bei reiner Einspeisung.

Was die aktuelle Situation zusätzlich begünstigt: Das Solarpaket I, in Kraft seit 2024, hat die regulatorischen Rahmenbedingungen für Mieterstrom grundlegend vereinfacht. Bürokratische Anforderungen, die das Modell über Jahre gebremst haben, wurden spürbar reduziert. Für Eigentümer mit bestehender oder geplanter PV-Anlage ist 2026 damit ein günstiger Zeitpunkt, die eigene Strategie zu überdenken.

Was Mieterstrom ist – und was nicht

Mieterstrom bezeichnet die direkte Lieferung von Solarstrom, der auf dem Dach eines Mehrparteienhauses erzeugt wird, an die Mieter eben dieses Gebäudes. Der Eigentümer oder ein von ihm beauftragter Dienstleister übernimmt dabei die Rolle des Stromlieferanten, begrenzt auf das eigene Objekt.

Grafik: Mieterstrom-Modell in vereinfachter Darstellung

Zwei Vorstellungen bzw. "Mythen" halten sich in der Praxis hartnäckig, die einer Korrektur bedürfen.

Die erste: Mieterstrom erfordere vom Anlagenbetreiber, als vollwertiges Energieversorgungsunternehmen aufzutreten. Das ist nicht der Fall. Der gesetzliche Rahmen begrenzt das Modell klar auf die Versorgung der eigenen Mieter. Komplexe Fragen zu Marktrollen, der richtigen Messtechnik oder Versorgerlizenz werden bei der Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Anbieter vollständig übernommen.

Die zweite: Der administrative Aufwand sei unverhältnismäßig hoch. Auch das entspricht nicht mehr dem Stand der Dinge, da es inzwischen mehrere spezialisierte Mieterstrom-Dienstleister gibt, die den Aufwand eines Mieterstromprojekts auf ein Minimum reduzieren.

Ergänzend sei darauf hingewiesen: Die Teilnahme am Mieterstrom ist für Mieter stets freiwillig. Wenn eine Mietpartei ihren bisherigen Stromanbieter behalten möchte, kann siedas tun. Auch für die Versorgungssicherheit im Haus ist gesorgt: Reicht der selbst erzeugte Solarstrom mal nicht aus (z.B. nachts oder bei ungünstiger Witterung), wird der Fehlbedarf automatisch über das öffentliche Netz gedeckt; das nennt sich Reststrom. Für den Mieter ist dieser Prozess vollständig transparent und ohne Unterbrechung.

Grafik: Mieterstrommodell mit Summenzähler, Einspeisung und Reststrom
Mieterstrommodell mit Summenzähler, Einspeisung und Reststrom

Die Zahlen, die zählen

Wirtschaftliche Entscheidungen verlangen belastbare Grundlagen. Die relevanten Kennzahlen für Mieterstrom lassen sich klar benennen.

Für Eigentümer liegt die Rendite einer Mieterstrominvestition mit metergrid als Umsetzungspartner in der Regel zwischen 8 und 15 Prozent. Der Unterschied zur reinen Netzeinspeisung ergibt sich aus dem Preiskorridor zwischen dem niedrigen Einspeisevergütungssatz und dem Mieterstrompreis, der unterhalb dem des Grundversorgers angesetzt wird, aber deutlich über der Einspeisevergütung liegt. Dieser Korridor ist der wirtschaftliche Kern des Modells.

Für Mieter bedeutet die Teilnahme am Mieterstrom in der Praxis eine Ersparnis von 10 bis 30 Prozent gegenüber dem Strompreis des lokalen Grundversorgers.

Ein Rechenbeispiel zur Einordnung: Eine PV-Anlage mit 40 kWp auf einem Gebäude mit 14 Wohneinheiten erzeugt im Jahr rund 36.000 kWh. Bei vollständiger Einspeisung zu einem aktuellen Vergütungssatz von rund 8 Cent ergibt sich ein Jahresertrag von etwa 2.880 Euro. Werden 50 bis 60 Prozent des erzeugten Stroms stattdessen direkt an Mieter zu einem Mieterstrompreis von beispielsweise 22 Cent geliefert, steigt der Ertrag auf diesen Anteil erheblich. Die jährliche Differenz kann sich je nach Objektgröße und Autarkiequote auf mehrere Tausend Euro summieren.

Diese Größenordnungen sind keine theoretischen Annahmen. Über 2.300 Wohngebäude wurden bislang über metergrid in die Umsetzung gebracht; mehr als 53.000 Bewohner beziehen heute über dieses Modell Solarstrom aus dem eigenen Gebäude.

Mieterstrom Zahlen: Wirtschaftlichkeit und langfristige Einnahmen

Bürokratie, Abrechnung, Aufwand: Was davon ist 2026 noch ein echtes Argument?

Mieterstrom sei bürokratisch, aufwändig und schwierig in der Abrechnung: Diese drei Einwände begegnen dem Thema Mieterstrom regelmäßig; und sie verdienen eine differenzierte Einordnung, denn sie waren in der Vergangenheit nicht immer unbegründet.

Zur Bürokratie: Der regulatorische Rahmen für Mieterstrom war in der Vergangenheit tatsächlich komplex. Anmeldepflichten, EEG-Anforderungen und unklare Zuständigkeiten haben das Modell für viele Eigentümer unattraktiv gemacht. Das Solarpaket I hat diese Situation 2024 grundlegend verändert: Anmeldeprozesse wurden vereinfacht, Schwellenwerte angehoben und der Zugang zum Modell für kleinere Objekte erheblich erleichtert. Die regulatorische Hürde ist real und spürbar gesunken.

Zur Abrechnung: Hier lag historisch das größte operative Risiko. Monatliche Abrechnungen, Zählerstandsmeldungen, Mieterwechsel – ohne digitale Unterstützung war dieser Prozess fehleranfällig und zeitintensiv. Spezialisierte Softwarelösungen haben dieses Problem heute weitgehend gelöst: Abrechnung, Netzbetreiberkommunikation und Mieterwechselprozesse laufen z.B. in der Mieterstromsoftware von metergrid automatisiert ab. Der manuelle Aufwand im laufenden Betrieb ist dadurch um rund 87 Prozent gesunken gegenüber einer nicht digitalisierten Abwicklung.

Zum Aufwand generell: Eine ehrliche Einschätzung - Mieterstrom erfordert zu Beginn Planung und Struktur, insbesondere in den Bereichen Wirtschaftlichkeitsberechnung, Messkonzept, Vertragsgestaltung, Mieterakquise. Das ist kein Selbstläufer. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, ob dieser Prozess mit einem erfahrenen Anbieter durchlaufen wird oder vom Hauseigentümer im Alleingang. Das eigentliche Risiko bei Mieterstrom ist nicht das Modell selbst, sondern der Versuch, es ohne erprobtes Vorwissen, die richtige Messtechnik und ohne einschlägige Erfahrung eigenständig aufzusetzen. Mit einem seriösen Anbieter ist dieses Risiko weitgehend beherrschbar.

So funktioniert die Umsetzung in der Praxis

Der Weg vom ersten Interesse zum laufenden Mieterstromprojekt folgt einem klaren Ablauf, der sich in vier Phasen gliedert.

Phase 1 – Wirtschaftlichkeitsprüfung: Vor jeder weiteren Planung steht die Frage, ob sich das Modell für das konkrete Objekt rechnet. Relevante Parameter sind Anlagengröße, Gebäudestruktur, Anzahl der Wohneinheiten, Dachausrichtung und der lokale Grundversorgertarif. Eine belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnung schließt dabei auch die Kosten für Messtechnik und laufenden Betrieb ein – Positionen, die in vereinfachten Darstellungen häufig fehlen. Nicht jedes Objekt ist für Mieterstrom geeignet; eine seriöse Analyse zeigt das transparent.

Phase 2 – Planung und Anmeldung: Steht die wirtschaftliche Grundlage, folgt die technische und rechtliche Vorbereitung: Messkonzept, Netzanschluss, Vertragsstruktur mit den Mietern sowie die Anmeldung beim Netzbetreiber. Bei einem erfahrenen Anbieter läuft dieser Prozess nach einem etablierten Standard ab.

Phase 3 – Installation und Mietereinbindung: Die PV-Anlage wird installiert, die Messtechnik eingerichtet, die Mieter werden informiert und zur Teilnahme eingeladen. Die Teilnahmequote hängt maßgeblich von der Qualität der Kommunikation ab. In gut begleiteten Projekten liegen die Quoten häufig zwischen 60 und 80 Prozent der Wohneinheiten.

Phase 4 – Automatisierter Betrieb: Im laufenden Betrieb übernimmt die Softwareplattform die wesentlichen Prozesse: monatliche Abrechnung, Zählerstandserfassung, Mieterwechsel, Netzbetreiberkommunikation. Mieter erhalten Zugang zu einer App, über die sie Verbrauch und Abrechnungen einsehen können. Für den Eigentümer reduziert sich der operative Aufwand auf ein Minimum.

Was andere Eigentümer und Betreiber berichten

Erfahrungen aus der Praxis liefern mitunter die präziseste Einschätzung eines Modells, so auch beim Thema Mieterstrom.

Ricardo Pereira, Betriebsleiter und Gesellschafter der Phase Gruppe (einem Unternehmensverbund, der Mieterstromprojekte auf gepachteten Dachflächen von Wohnungsunternehmen in Nordrhein-Westfalen umsetzt und skaliert) beschreibt den Kern der Zusammenarbeit bei der Umsetzung von Mieterstrom so:

„Wir haben mit metergrid einen Partner, der uns genau dort unterstützt, wo es für uns Sinn macht. Diese Flexibilität ist der Schlüssel, um Mieterstrom als Geschäftsmodell erfolgreich und wirtschaftlich skalieren zu können."

Auf der Ebene der täglichen Verwaltung benennt J. Sieben, Eigentümer mehrerer Wohneinheiten, den konkreten Unterschied im Betrieb:

„Das neue Abrechnungssystem hat mir wirklich viel Zeit gespart. Besonders die Tatsache, dass ich die Rechnungen automatisch aus dem System senden konnte, ist ein Game-Changer – das spart mindestens eine Stunde und sehr viel manuelles Klicken."

Anna und Thomas Leidreiter, Vorstand der BürgerEnergie Nord eG, ordnen Mieterstrom in einen breiteren Kontext ein:

„Als Energiegenossenschaft ist unser Ziel, allen Menschen eine Teilhabe an der Energiewende zu ermöglichen – unabhängig davon, ob sie zur Miete wohnen oder Eigentum besitzen. Mieterstrom ist dafür ein zentrales Instrument, aber komplex in der Umsetzung. Mit metergrid haben wir einen Partner gefunden, der uns bei Abrechnung, Messkonzept, Netzbetreiberkommunikation und digitalem Betrieb zuverlässig unterstützt."

Neugierig, wie sich Mieterstrom für dein Objekt rechnet?

Mieterstrom ist nicht für jedes Gebäude und jede Eigentümersituation das richtige Modell. Ob es das für das eigene Objekt ist, lässt sich konkret und ohne Aufwand prüfen.

Der kostenlose Rendite-Check von metergrid liefert in wenigen Minuten eine objektspezifische Einschätzung – transparent, ohne Verbindlichkeit. Wer feststellt, dass sich das Modell nicht rechnet, hat zumindest eine fundierte Grundlage für diese Entscheidung. Wer Potenzial sieht, kann den nächsten Schritt gehen.

→ Jetzt kostenlos prüfen, was dein Dach bringen könnte

Häufige Fragen:

Kann ich Mieterstrom auch anbieten, wenn ich noch keine PV-Anlage habe?

Ja. Mieterstrom und die Installation einer PV-Anlage müssen nicht getrennt gedacht werden – viele Eigentümer starten beides gleichzeitig. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die Mieterstrom von Anfang an einschließt, liefert dabei realistischere Renditeerwartungen als eine reine Einspeiserechnung. Wer eine Anlage plant, sollte das Thema Mieterstrom daher frühzeitig in die Überlegung einbeziehen.

Ab wie vielen Wohneinheiten lohnt sich Mieterstrom?

Eine pauschale Mindestgröße gibt es nicht, da die Wirtschaftlichkeit von mehreren Faktoren abhängt – unter anderem Anlagengröße, Dachausrichtung und lokalem Strompreis. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Objekte ab etwa sechs Wohneinheiten häufig eine tragfähige Grundlage bieten. Kleinere Objekte sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen, erfordern aber eine besonders sorgfältige Kalkulation. Eine objektspezifische Wirtschaftlichkeitsberechnung ist hier der einzig verlässliche Ausgangspunkt.

Was passiert bei einem Mieterwechsel – entsteht dadurch Mehraufwand?

Mieterwechsel waren in der Vergangenheit einer der aufwendigsten Aspekte im Mieterstrombetrieb. Mit einer spezialisierten Softwarelösung ist dieser Prozess heute weitgehend standardisiert: Zählerstandserfassung, Schlussrechnung für den ausziehenden Mieter und Vertragsangebot für den Nachmieter laufen über die Plattform ab. Der manuelle Aufwand pro Mieterwechsel beschränkt sich auf wenige Minuten.

Bin ich als Vermieter verpflichtet, alle Mieter in das Mieterstromprojekt einzubeziehen?

Nein. Die Teilnahme ist für Mieter stets freiwillig und darf weder zur Bedingung des Mietverhältnisses gemacht noch anderweitig erzwungen werden. In der Praxis ist das selten ein Problem: Mieter, die günstiger Strom beziehen können als beim Grundversorger, entscheiden sich in gut kommunizierten Projekten überwiegend für die Teilnahme. Mieter, die nicht teilnehmen, beziehen ihren Strom weiterhin über ihren bisherigen Anbieter – ohne Einschränkung.

Was geschieht mit dem Mieterstrommodell, wenn ich die Immobilie verkaufe?

Ein laufendes Mieterstromprojekt ist beim Verkauf einer Immobilie grundsätzlich übertragbar. Die bestehenden Mieterstromverträge sowie die Betreiberrolle können auf den neuen Eigentümer übergehen. In der Praxis empfiehlt es sich, diesen Aspekt frühzeitig in die Verkaufsplanung einzubeziehen und vertraglich klar zu regeln. Ein etabliertes und funktionierendes Mieterstromprojekt kann dabei durchaus einen positiven Einfluss auf den Objektwert haben.

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