Photovoltaik auf dem Mehrfamilienhaus: Guide für Vermieter

Strom vom eigenen Dach direkt an die Mieter liefern, Rendite steigern und die Energiewende aktiv mitgestalten – wir erklären, wie es funktioniert.

Mieterstrom Abrechnungsdienstleister metergrid. Mehrfamilienhaus mit Solaranlage und visualisierter Mieterstrom-Abrechnung

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PV-Anlage auf dem Mietshaus: Mehr als nur Strom erzeugen

Eine Photovoltaikanlage auf dem Mehrfamilienhaus ist längst keine Nischenlösung mehr. Immer mehr Eigentümer, Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften entdecken das Potenzial: Sonnenstrom vom eigenen Dach lässt sich nicht nur ins Netz einspeisen – er kann direkt an die Mieter geliefert werden. Das spart Kosten, schafft zusätzliche Einnahmen und macht Immobilien zukunftsfähiger.

Klingt gut, aber wie funktioniert das konkret? Welche Modelle gibt es, was kostet es, und was müssen Eigentümer beachten? Diese Seite beantwortet die wichtigsten Fragen mit Erfahrungen aus der Praxis - kein Vorwissen erforderlich.

lächelnder Vermieter mit Photovoltaik auf dem Mehrfamilienhaus im Hintergrund und Mieterstrom Tablet in der Hand

Welche PV-Modelle gibt es für's Mehrfamilienhaus?

Nicht jede PV-Anlage auf einem Mietshaus funktioniert gleich. Je nach Gebäude, Eigentümerstruktur und Ziel gibt es verschiedene Wege, den erzeugten Solarstrom zu nutzen:

metergrid Softwarelösung

Mieterstrom

Im Mieterstrommodell verkaufst du den Solarstrom direkt an deine Mieter, zu einem günstigeren als Netzstrom, aber mit einer Gewinn-Marge für dich. Der staatlich geförderte Mieterstromzuschlag macht dieses Modell besonders wirtschaftlich. Nicht verbrauchter Strom wird vergütet ins Netz eingespeist. Aus unserer Praxiserfahrung können wir sagen: Mieterstrom ist das Modell, das sich für die meisten Mehrfamilienhäuser am stärksten rechnet.

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Projeketierung

Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV)

Seit 2023 ist die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung eine vereinfachte Alternative zum klassischen Mieterstrom. Sie punktet mit weniger bürokratischem Aufwand, erhält aber keinen Mieterstromzuschlag. Dieses Modell ist gut geeignet für Eigentümer-Gemeinschaften (WEGs), die Solarstrom unkompliziert im Gebäude nutzen möchten und weniger Wert auf Rendite legen.

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metergrid Messtechnik

Volleinspeisung ins Netz

Im Modell der Volleinspeisung wird gesamte erzeugte PV-Strom wird ins Netz eingespeist und vergütet. Einfach in der Umsetzung, aber wirtschaftlich meist die schwächste Option – besonders bei größeren Anlagen lässt man so einen erheblichen Teil des Potenzials ungenutzt.

Achtung: Da die Einspeisevergütung möglicherweise 2027 endet, raten wir von der Volleinspeisung ab, da dieses Modell nicht zukunftssicher ist.

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metergrid Messtechnik

Energy Sharing (ab Juni 2026)

Energy Sharing ist ein neues Modell, das Strom über das öffentliche Netz auch an Mieter in anderen Gebäuden verteilen soll. Attraktiv ist diese Möglichkeit zum Beispiel für Quartierslösungen in der Stadtentwicklung.
Die praktische Umsetzbarkeit von Energy Sharing ist allerdings noch offen: Messinfrastruktur und regulatorische Details sind ungeklärt. Wir beobachten die Entwicklung, empfehlen aber aktuell noch keine Planung auf dieser Basis.

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lächelnde Familie vor Mehrfamilienhaus mit Photovoltaik: Das lohnt sich
metergrid Mitarbeiter erklärt Vermieter Stromzähler und Abrechnung für Mieterstrom auf Mehrfamilienhaus PV

Messtechnik und Abrechnung: wie funktioniert das?

Was viele Eigentümer zunächst abschreckt: Im Mehrfamilienhaus beziehen mehrere Parteien Strom aus derselben Anlage – das erfordert eine saubere messtechnische Erfassung. Konkret bedeutet das: Jede Wohneinheit braucht einen eigenen Smart Meter, dazu kommt ein Zähler für die Gesamtanlage. Aus diesen Werten errechnet sich über ein sogenanntes Messkonzept, wie viel Solarstrom jede Partei verbraucht hat und was über das öffentliche Netz bezogen wurde. Klingt technisch – ist es auch, aber das ist kein Problem, das Eigentümer selbst lösen müssen.

In der Praxis hat sich bewährt, die Messtechnik, Abrechnung und das Messkonzept komplett von einem spezialisierten Dienstleister abwickeln zu lassen. Bei metergrid übernehmen wir genau das: von der Auswahl des richtigen Messkonzepts für die PV-Anlage auf dem Mehrfamilienhaus über die Installation der Zähler bis zur Abrechnung gegenüber den Mietern. Spezialisierte Mieterstrom-Software für PV-Anlagenbetreiber und Wirtschaftlichkeitsanalyse vor Projektbeginn sind selbstverständlich inklusive.
Für dich als Eigentümer bedeutet das: kein Verwaltungsaufwand, keine Abrechnungsfehler, kein Ärger.

Kosten, Wirtschaftlichkeit mit Mieterstrom Abrechnungsdienstleister: Rendite mit metergrid, Bild: Rendite Radar mit Wirtschaftlichkeitsberechnung von metergrid
Photovoltaik Modul und juristische Waage (Symbolbild): rechtliche Rahmenbedingungen und Förderungen für Photovoltaik im Mehrfamilienhaus

Rechtliche Rahmenbedingungen und Förderungen für Photovoltaik

Der gesetzliche Rahmen für Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern hat sich in den letzten Jahren grundlegend weiterentwickelt – nicht immer zum Besseren. Mit dem Solarpaket I von 2024 wurden zunächst wichtige Hürden für Mieterstrom abgebaut und die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung als vereinfachtes Modell eingeführt. Doch ein geleakter Referentenentwurf zur EEG-Novelle 2027 sorgt aktuell für Unsicherheit in der Branche: Geplant sind der Wegfall der festen Einspeisevergütung für neue Anlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung von Überschussstrom. Das bedeutet in der Kurzfassung: PV für Mehrfamilienhäuser lohnt sich immer noch - aber insbesondere im Eigenverbrauch (z.B. Mieterstrom), weniger im reinen Einspeisemodell.

Für Mieterstrom-Projekte sind die Folgen des EEG-Entwurfs weniger dramatisch als für die meisten anderen PV-Modelle. Der Mieterstromzuschlag (eine wichtige Förderung) bleibt im aktuellen Gesetzesentwurf ausdrücklich erhalten, und da im Mieterstrommodell der Großteil des erzeugten Stroms ohnehin direkt im Gebäude verbraucht wird, ist die Abhängigkeit von der Einspeisevergütung geringer. Hinzu kommen weitere bundesweite Fördermöglichkeiten wie KfW-Förderkredite, sowie zahlreiche regionale Förderprogramme der Länder und Kommunen, die sich in vielen Fällen miteinander kombinieren lassen, und die Wirtschaftlichkeit von Mieterstromprojekten weiter verbessern. Was die EEG-Novelle 2027 im Detail für Mieterstromprojekte bedeutet, haben wir in unserem Blog ausführlich aufgeschlüsselt.

Weitere deutschlandweite und regionale Förderungen im Blog:

lächelnder metergrid Mitarbeiter: Mieterstrom Abrechnung leicht gemacht, entweder selbst betreiben oder Dienstleister

Vorteile: Warum sich Photovoltaik auf dem Mehrfamilienhaus lohnt

Gesteigerter Immobilienwert

Eine PV-Anlage mit Mieterstrom macht dein Mehrfamilienhaus attraktiver – für heutige und künftige Käufer. Energieeffiziente Gebäude erzielen am Markt höhere Bewertungen und sind zunehmend ein entscheidender Faktor bei Finanzierungen und Verkauf.

Stärkere Mieterbindung

Mieter, die günstigen Solarstrom direkt vom Dach beziehen, sind zufriedener und wechseln seltener. Das senkt Leerstand und das Risiko der Fluktuation in deinem Mehrfamilienhaus. So sparst du indirekt potenzielle Kosten, die oft unterschätzt werden.

Langfristiges Zusatzeinkommen

Der Verkauf von Solarstrom vom eigenen Hausdach an deine Mieter schafft für dich eine stabile, zusätzliche Einnahmequelle. Mit einer durchschnittlichen Rendite von 8–15 % lohnt sich deine Investition langfristig und schafft mehr Zukunftssicherheit.

Unabhängigkeit vom Energiemarkt

Indem du Strom vom eigenen Dach produzierst der direkt vor Ort verbraucht wird, machst du dich und deine Mieter unabhängiger von schwankenden Energiepreisen: Ein Vorteil, der angesichts steigender Strom-, Gas- und Ölkosten immer wichtiger wird.

So läuft ein Mieterstromprojekt ab

Von der Planung bis zur Umsetzung stehen wir dir gern beratend zur Seite. So kannst du dein Mieterstromprojekt ohne großen Aufwand umsetzen. Wir finden eine individuelle Lösung, die zu dir und deiner Immobilie passt.

1

Installation einer PV-Anlage

Zuerst wird eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach deines Mehrfamilienhauses installiert. Falls du bereits eine PV-Anlage besitzt, kann diese i.d.R. in dein Mieterstromprojekt integriert werden.

2

Anschluss und Verteilung

Die erzeugte Energie wird dann über ein internes Netz direkt an die Mieter verteilt. Wir setzen intelligente Messtechnik ein, um die Stromproduktion und den Verbrauch zu erfassen.

3

Stromlieferung an deine Mieter

Deine Mieter nutzen nun den lokal erzeugten Solarstrom von deinem Dach für einen günstigeren Preis als vom allgemeinen Strommarkt. Überschüssiger Strom kann ins öffentliche Netz eingespeist werden.

4

Software und Abrechnung

Die Stromproduktion und den Verbrauch deiner Mieter kannst du ganz einfach mit unserer Software überwachen. Über die Software lassen sich auch automatisierte monatliche Abrechnungen erstellen.

Fazit: Lohnt sich PV für Mehrfamilienhäuser?

Photovoltaik auf dem Mehrfamilienhaus lohnt sichdie Frage ist nicht ob, sondern wie. Ob Mieterstrom, Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung oder Volleinspeisung: Für jede Immobilie und jede Eigentümerstruktur gibt es ein passendes Modell. In der Praxis hat sich Mieterstrom dabei als die wirtschaftlich stärkste Lösung etabliert: stabile Rendite, zufriedene Mieter, zukunftssichere Immobilie.

Was viele Eigentümer zurückhält, ist der vermeintliche Aufwand. Genau hier setzt metergrid an. Mit über 2.000 erfolgreich umgesetzten Projekten in ganz Deutschland begleiten wir dich von der ersten Beratung bis zum laufenden Betrieb – so unkompliziert wie möglich. Dein Dach hat Potenzial. Wir helfen dir, es zu nutzen.

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Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Größe lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage auf dem Mehrfamilienhaus?

Als Faustregel gilt: Ab etwa 4–5 Wohneinheiten ist Mieterstrom in der Regel wirtschaftlich sinnvoll. Wir haben Mieterstrom aber auch schon in kleineren Häusern wirtschaftlich umgesetzt; letztendlich zählen immer die individuellen Umstände vor Ort. Nach oben gibt es kaum Grenzen – vom kleinen Mehrfamilienhaus mit wenigen Parteien bis hin zu großen Wohnkomplexen mit hunderten Einheiten lässt sich Mieterstrom unkompliziert skalieren. Entscheidend ist nicht allein die Größe der Immobilie, sondern das Zusammenspiel aus Dachfläche, Verbrauch und Teilnahmequote der Mieter. Das prüfen wir gerne kostenlos für dein Objekt.

Kann ich eine Photovoltaik-Anlage auf meinem Mehrfamilienhaus nachrüsten, wenn bereits alte Zähler verbaut sind?

Ja, in den meisten Fällen ist das möglich. Ältere Zähler werden im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Smart-Meter-Rollouts ohnehin schrittweise ersetzt – das spielt dir bei der Umsetzung von Mieterstrom in die Hände. Ob und wie eine Nachrüstung in deinem konkreten Gebäude funktioniert, klären wir in der Erstberatung.

Was passiert mit dem Solarstrom, wenn gerade kein Mieter Strom verbraucht?

Überschüssiger Strom, der nicht direkt im Gebäude verbraucht wird, fließt automatisch ins öffentliche Netz – und wird vergütet (solange die Einspeisevergütung noch besteht). Die Versorgung der Mieter ist dabei jederzeit gesichert: Reicht der Solarstrom nicht aus, beziehen sie automatisch Reststrom aus dem Netz. Das alles läuft im Hintergrund, ohne dass du oder deine Mieter etwas tun müssen.

Wie funktioniert Mieterstrom in einer Eigentümergemeinschaft (WEG)?

Grundsätzlich ist Mieterstrom auch für WEGs möglich – seit der WEG-Reform 2020 reicht für den Beschluss einer PV-Anlage eine einfache Mehrheit. Die Umsetzung ist jedoch etwas komplexer als bei einem einzelnen Vermieter, da mehrere Eigentümer koordiniert werden müssen. Alternativ bietet sich die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung als vereinfachtes Modell an. Wir beraten euch gerne zu beiden Optionen.

Kann ich die PV-Anlage auch mit einem Batteriespeicher kombinieren?

Ja, eine PV-Anlage auf dem Mehrfamilienhaus lässt sich wunderbar mit einem Batteriespeicher kombinieren – und es lohnt sich. Ein Stromspeicher erhöht die Eigenverbrauchsquote deutlich, weil überschüssiger Solarstrom zwischengespeichert und später genutzt werden kann, etwa abends oder nachts. Gerade mit Blick auf die geplanten EEG-Änderungen ab 2027, die die Einspeisevergütung reduzieren könnten, wird ein Speicher zunehmend zu einer sinnvollen Ergänzung. In unserer Praxis empfehlen wir ihn bei Neuprojekten inzwischen standardmäßig.

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